Die Zuckerlüge! Teil 5

Die Zuckerlüge! Teil 5

Hallo meine Lieben,

mein letzter Teil beschäftigt sich mit den allgegenwärtigsten Zuckerlügen in unserer Gesellschaft! Oft stecken teure Lobbys und Werbekampagnen dahinter!

Vorab möchte ich aber noch einen ganz wichtigen Punkt klären! Warum setzt man Grenzwerte beim Konsumieren von Zucker, wenn Zucker doch gar nicht so schlecht ist? Nun ja! Die Antwort liegt auf der Hand.

Zucker wird uns über jedes kohlenhydrathaltige Lebensmittel geliefert. Und unsere Kohlenhydratspeicher müssen aufgrund der heutigen bewegungsarmen Lebensweise nur “beschränkt” aufgefüllt werden. Ebenso benötigen wir durch die fast nur mehr sitzende oder stehende Lebensweise kaum schnellverfügbare Energie durch Zucker! Daher reichen eigentlich unsere Energiereserven aus den Fettdepots. Je bewegungsärmer man also unterwegs ist, umso weniger schnell benötigt man schnellverfügbare Energie aus Zucker!  Wenn man somit die Energie aus der täglich empfohlenen Menge an Kohlenhydraten und der noch extra zugeführten Energie aus zugeführtem Zucker zusammenzählt, so liegt man schon weit über jene Energie, die man tatsächlich “sofort” benötigt und die man auch aus unseren Fettdepots heranziehen könnte!

Was hat es mit den unterschiedlichen Zuckersorten auf sich!

Egal ob Rohr- oder Rübenzucker! Chemisch gesehen gibt es keinen Unterschied. Zuckerrüben wachsen in gemäßigten Breiten, Zuckerrohr hingegen in tropischen und subtropischen Klimazonen.

Ebenso bewerben Hersteller ihre Produkte mit “besonders wertvoll an Mineralstoffen”! Der Anteil von Mineralstoffen ist jedoch so gering, dass man kiloweise Zucker essen müssten, um einen nennenswerten Anteil an Mineralstoffen durch Zucker aufzunehmen.

Der höhere Mineralstoffgehalt eines bestimmten Zuckerproduktes kann daher allein kein Grund für dessen Bevorzugung sein!

Auch brauner Zucker ist nicht gesünder als weißer! Meistens handelt es sich um herkömmlichen, raffinierten Zucker, dem etwas Melasse hinzugefügt wurde. Im Gegenteil. Aufgrund seines erhöhten Wassergehaltes bietet der braune Zucker bei falscher Lagerung sogar einen idealen Nährboden für Bakterien! Vielmehr sollte man den braunen Zucker aufgrund seines karamellartigen Geschmackes bevorzugen. Aber nicht wegen seiner Wertigkeit!

Brauner Zucker ist übrigens nicht immer gleich Vollrohrzucker. Dieser wird aus Zuckerrohr gewonnen und ist meistens unraffiniert! Von der Raffinierung getrennt wird oft der Prozess der Klärung angegeben, bei dem ein Teil der Mineralstoffe entfernt wird! Auch wenn Vollrohrzucker unraffiniert ist und dadurch etwas “vollwertiger” wird! Zucker sollte keine Hauptnährquelle sein! Und eine Süßspeise, welche hauptsächlich aus Butter, Mehl, Zucker besteht, ist und bleibt einfach kalorisch hoch angesiedelt und macht die Süßspeise auch durch den Vollrohrzucker nicht “gesünder oder kalorienärmer”!!

Auch mit Kokosblütenzucker wird gerade viel geworben! Das Marketing des Kokoszuckers durch eine recht starke Lobby als besonders gesund ist jedoch auch hier irreführend, denn es handelt sich wie bei Tafelzucker fast vollständig um Sucrose bzw Saccharose (umgangssprachlich Kristallzucker, Haushaltszucker, oder einfach Zucker genannt!)

Ahornsirup ist ein eingedickter Saft des Ahornbaumes. Auch er besteht aus fast nur Sucrose. Ahornsirup ist zwar nur gering verarbeitet, weil er nur eingedickt wird, und deswegen auch “reich” an seinen Mineralstoffen, dennoch ist er kalorisch gesehen nicht besser als Zucker! Ahornsirup hat auch einen sehr intensiven Eigengeschmack!

Agavensirup aus der Agave wird besonders Diabetikern empfohlen, da dieser zum größten Teil aus Fructose besteht, welche praktisch keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel hat. Stattdessen landet Fructose jedoch direkt in der Leber und wird dort in der Regel in Fett umgewandelt, was der Leber wiederum zur Last wird. Auch die Süßkraft ist durch den höheren Fructoseanteil intensiver, wodurch man 10-20% weniger Zucker sparen kann!

Wer Fructose nicht verträgt, für den bietet sich Reissirup an. Dieser enthält wenig Glucose und keine Fructose, dafür relativ viel Maltose (ein Abbauprodukt von Stärke)

Die geschmacklich reizvollste Alternative zu Haushaltszucker, die “reich” an Vitaminen & Mineralstoffen ist, ist wohl Honig – sofern dieser nicht “industriell” verarbeitet wurde.

Stevia ist das neue natürliche Süßungsmittel! Es wird aus der Steviapflanze gewonnen und hat eine sehr starke Süßkraft mit Eigengeschmack, an dem man sich erst gewöhnen muss! Der große Vorteil von Stevia ist die hohe Süßkraft bei praktisch null Kohlenhydraten. Die Süßkraft von Stevia im Vergleich zu Zucker ist ca. 3-mal höher, ausgehend von der unbehandelten natürlichen Form der Steviablätter.

Die meistens im Handel erhältlichen Stevia Produkte sind jedoch stark verarbeitet, um den “ungewohnten” Beigeschmack der Pflanze zu entfernen.  Daher ist pures Stevia nur bedingt als Zuckeralternative zu gebrauchen! Und verarbeitet stellt sich hier wieder die Frage, wie “gesund” Stevia da eigentlich noch ist.

Es gibt noch eine weitaus größere Liste an Süßungsmitteln und Zuckeralternativen, mit der ich EUch nicht langweilen will.

Zusammengefasst steht fest!

Zucker ist und bleibt für den Menschen nicht lebensnotwendig. Es scheint naiv, Zucker wegen etwaiger Nährstoffe zu essen, denn die enthaltenen Mengen sind relativ gering. Wer dennoch Zucker als Süßungsmittel in geringen Maßen nutzen möchte, kann sich sein bevorzugtes Produkt anhand verschiedener Kriterien wie Geschmack, Herkunft und Ästhetik aussuchen. Wer Zucker bewusst einsetzt und konsumiert, der lernt unter Umständen auch die Wertschätzung und die Wahrnehmung der verwendeten Mengen. Grundsätzlich sollte jedem bewusst sein! Wer “kalorienärmere” Zuckervarianten benutzt, um “gesünder” zu leben und nicht “dicker” zu werden, der “lügt” sich einfach nur ins Gesicht. Letztendlich wurde auch nachgewiesen und bestätigt, dass Menschen, die zu kalorienärmeren Produkten greifen, unterm Strich mehr aßen, als wenn sie das naturbelassene Variante wählten!

Kekse bleiben Kekse mit Fett, Mehl & Zucker! Sahnetorten bleiben Sahnetorten auch wenn Stevia oder Honig drinnen ist!

Würden wir den isolierten Zucker täglich als isolierten Zucker essen, dann würden wir bei weitem nicht soviel Zucker konsumieren, wie in versteckter Form oder zugeführter Form zuzüglich der Kohlenhydrate, die wir so auch noch in Form von Obst, Gemüse, Getreide, Kartoffeln usw essen!

Somit ist es nicht der Zucker, sondern die Gesellschaft und Ernährungsweise, die uns krank macht und die tägliche Lüge von Kindesgeburt “das eine Keksi schadet ja nicht”. Wenn es doch das eine Keksi an Zucker nur bliebe ;-)

Eure Dalia

Danke für Euer Feedback :-)
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