Die Zuckerlüge! Teil 2

Die Zuckerlüge! Teil 2

Hallo meine Lieben,

wie schon bei meinem letzten Blog erwähnt, ist Zucker in fast jedem natürlichen Lebensmittel enthalten. Warum? Weil Glukose eine sehr wichtige – wenn nicht sogar wichtigste – Energiequelle für die menschlichen Körperzellen ist. Um Glukose in die Zellen transportieren zu können, brauchen wir das Hormon Insulin.

Nun ja. Was unterscheidet jetzt Zucker von Zucker. Und warum ist Zucker gut aber auch gleichzeitig so schlecht? Ganz einfach. Zucker gibt es in verschiedenen Zusammensetzungen. Vom Einfach- bis hin zum Mehrfach-Zucker. Bei Zuckerarten, die den Blutzucker enorm in die Höhe schnellen lassen, reden wir in erster Linie von Zuckerarten, die stark verarbeitet wurden. Hierzu zählt in erster Linie der isolierte Zucker in Reinform ebenso wie der Zuckersirup.

Zucker in der Nahrung wird – anders als Stärke – sehr schnell von der Darmwand aufgenommen und ans Blut abgegeben. Er erhöht daher kurzfristig den Blutzuckerspiegel und regt die Insulinausschüttung an. Ist das Kohlenhydrat jedoch mehrkettiger, wie z.b. bei stärkehaltigen Lebensmitteln, so wird der Zucker durch die notwendige Spaltung und dem langsameren Verdauungsprozess gleichmäßiger und verzögerter ans Blut abgegeben.

Liest man sich durch Fachzeitschriften, Gesundheitsmagazine und Online Datenbanken durch, so findet man die unterschiedlichsten Ansätze zu Zucker oder Kohlenhydraten. Überall wir diskutiert und spekuliert, ob und inwieweit die Entstehung von Übergewicht durch den Verzehr von „falschen“ Kohlenhydraten begünstigt werden kann. “Falsche” Kohlenhydrate werden oft durch ihren glykämischen Index bestimmt, die zum Großteil für Übergewicht und mangelnde Fettverbrennung verantwortlich gemacht. Damit meine ich Lebensmittel mit hohem glykämischen Index (GI), wie z.B. Glukose, Weißbrot, Limonaden, aber auch Kartoffeln, Reis oder Karotten. Lebensmittel mit einem hohen GI bewirken einen steilen Blutzuckeranstieg und eine starke Insulinreaktion. Also laut Experten und Literatur gaaaaaaaanz schlecht!

Wusstest ihr, dass Insulin unter anderem auch für die “gute Laune” mitverantwortlich ist? Insulin fördert nämlich die Aufnahmefähigkeit des Gehirns für Tryptophan aus dem Nahrungseiweiß. Tryptophan wird dann in das stimmungsaufhellende Serotonin umgewandelt. Also ist eine Insulinausschüttung oft doch nicht sooooooo schlecht, wenn die Stimmung kippt ;-) :-D Aber das ist ein anderes Kapitel!

Zurück zum Thema. Beschäftigt man sich etwas intensiver mit dem glykämischen Index, so kommt man schnell drauf, dass es sich hierbei um steife Zahlen und Irreführungen handelt, aber nicht um realistische und normale Angaben für gesunde Menschen. Hierfür wäre die glykämische Last viel sinnvoller, die sich aber aus mir unerklärlichen Gründen nicht durchgesetzt hat! Was bedeutet das im Detail!

Der Glykämische Index drückt aus, wie stark bestimmte Kohlenhydrate den Blutzuckerspiegel ansteigen lassen. Er bezieht sich nicht auf das gesamte Lebensmittel, sondern nur auf den darin enthaltenen Zucker. Da nicht alle Lebensmittel die gleichen Mengen Kohlenhydrate enthalten, ist der GI also keine direkt für den Menschen vergleichbare und anwendbare Zahl. Denn es zeigt sich, dass der GI eines Schokoriegels bei 40, der einer Karotte jedoch bei 50 liegt. Der Schokoriegel schmeckt zwar viel süßer, aber die enthaltenen Kohlenhydrate wirken nicht so heftig auf den Blutzucker wie die der Karotte. Müsste man den Schokoriegel der Karotte jetzt vorziehen?!?! Laut Tabelle schon. Erst wenn wir beide Lebensmittel in eine Relation setzen, ergibt das Bild wieder Sinn: Um den Blutzuckeranstieg eines 100g Schokoriegels zu erreichen, müsste man ungefähr 700-800g Karotten essen. Mit anderen Worten: Der Blutzuckereffekt eines Schokoriegels ist bei gleicher Menge 7- bis 8-mal so groß wie der von Karotten. In Bezug auf den gesamten Nährwert und das Sättigungsgefühl hilft der GI also in keiner Weise weiter, er ist ein reiner Laborparameter.

Das Konzept der Glykämischen Last beseitigt genau dieses Problem. Die GL bezieht sich auf die glykämische Gesamtbelastung einer tatsächlich verzehrten Portion eines Lebensmittels.  Um das weiter oben ausgeführte Beispiel aufzugreifen: Die GL eines Schokoriegels liegt bei 22, die von Karotten bei ca 3. Die glykämische Last ist also für den Alltagsgebrauch viel praktischer und nützlicher als der glykämische Index. Problem gelöst? Leider noch immer nicht… Warum?

Nun ja. Auch Fett und Eiweiß haben Einfluss auf den Insulinspiegel. Hierfür benötigt man den Insulin Index (II). Der Insulin-Index gibt  Aufschluss darüber, wie stark der Insulinspiegel im Blut nach der Nahrungsaufnahme ansteigt. Dabei werden allerdings nicht nur kohlenhydrathaltige Lebensmittel berücksichtigt, sondern vielmehr auch solche, die gar keine Kohlenhydrate beinhalten! Hier ein Beispiel! Weißbrot liegt mit einem Wert von 100 auf dem Referenzpunkt des Insulin-Index, Kartoffeln hingegen bei 120. Und Gummibärchen liegen gar bei 160. Überraschend ist, dass weiße Nudeln bei 40 liegen. Und jetzt kommt´s! Fleisch steht im Insulin-Index bei 51. Richtig gelesen: Fleisch hat eine stärkere insulinsteigernde Wirkung als weiße Nudeln.

Meine Frage an Euch! Ist es nun besser Nudeln zu essen als Fleisch?!?!

Wer von all den wissenschaftlichen Ansätzen hat nun Recht? Wer von EUCH hat nun Recht?

Fazit:  Wer sich allein von solchen Zahlen leiten lässt, verliert sich schnell in unendlichen Zahlenspielen. “Essen nach Zahlen” ist kein befriedigendes Spiel und macht auch keinen Sinn! Egal ob Gl, GL oder II. Wissenschaftlich gesehen mag wohl alles mit Zahlen und Ziffern berechenbar sein. In der Realität und bei einer gesunden Umsetzung bringen wissenschaftliche Berechnungen alles andere als einen klaren Durchblick! Hier ist individuelle Beratung wie auch eine nachhaltige Ernährungsumstellung oder -lebensweise der einzige gesundheitliche Schlüssel zum Erfolg!

Fakt ist: Man wird nicht von natürlichen kohlenhydrathaltigen (=zuckerhaltigen) Lebensmitteln dick, krank und süchtig. Sondern vielmehr vom zugeführten Zucker. Denn dies ist das Entscheidende an der Zuckerproblematik. Weniger die Tatsache, ob man Erbsen mit Karotten oder Mais kombinieren oder Nudeln als Beilage essen darf, damit die Zuckerwerte passen!

Mehr zum Thema Zuckerlügen und den tatsächlichen Folgen von Zuckerkonsum in meinen nächsten Blogs!

Eure Dalia

Danke für Euer Feedback :-)
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